Oktober 4, 2022
Tieflochbohren Verfahren im Überblick

Welche Tiefbohrverfahren gibt es?

Das Tieflochbohren ist in der heutigen Technologie ein wichtiger Schritt im Bearbeitungsprozess. Nockenwellen, Antriebswellen, Einspritzdüsen und Bohrstangen gehören zu den Gegenständen, die in der Medizin- und Lebensmittelindustrie mit einer Tieflochbohrmaschine bearbeitet werden können.

Wenn die Bohrtiefe deutlich größer ist als der Werkzeugdurchmesser, ist Tieflochbohren ein spannendes Fertigungsverfahren in der metallverarbeitenden Industrie. Beim Tieflochbohren ist der Werkzeugdurchmesser normalerweise viel kleiner als die Bohrtiefe.

Von Tieflochbohren spricht man, wenn die Bohrtiefe mindestens dreimal so groß ist wie der Durchmesser des Lochs. Im Gegensatz zu anderen Bohrtechniken können mit dem Tieflochbohren viel tiefere Löcher gebohrt werden, als es sonst möglich wäre. Weil es so schnell geht und eine hochwertige Oberfläche erzeugt, ist diese Bohrtechnik auch wirtschaftlich vorteilhaft.

Im Gegensatz zum Kurzlochbohren wird beim Tieflochbohren ein Kühlmittel verwendet, das unter hohem Druck durch die Schneidspitze gepresst wird. Beim Kurzlochbohren ist das nicht der Fall. Du kannst ein Kühlmittel verwenden, um den Raum zwischen dem Werkzeug und dem Werkstück zu schmieren und zu kühlen und so eine einfache Spanabfuhr zu gewährleisten. Die moderne Zerspanung stellt eine besondere Herausforderung dar, weil der Tieflochbohrer während der Späneabfuhr ständig kühl gehalten werden muss.

Tieflochbohren ist ein beliebtes Verfahren in der Tiefbohrtechnik

Werkzeuge für Tieflochbohrmaschinen

Ein Einlippenbohrer hat die Besonderheit, dass das Kühlmittel zusammen mit den Spänen durch eine V-förmige Rille im Bohrerschaft abgeführt und durch einen im Werkzeug eingebauten Kühlkanal in das Werkzeug geleitet wird. Der Durchmesserbereich für Einlippenbohrer beträgt 0,5 bis ca. 113,99 mm.

Der Kühlschmierstoff wird dem Bohrer durch eine Bohrölversorgung und eine spezielle Dichtung zugeführt, die es dem Kühlschmierstoff ermöglicht, den Bohrer während des Laufs zu kühlen. Das BTA-Bohrverfahren wird als Einrohrsystem bezeichnet, weil es während des gesamten Vorgangs nur ein Bohrgestänge verwendet. Daher eignet es sich besonders gut für die Produktion großer Mengen.

Welche Tiefbohrverfahren gibt es?

Das Einlippen-Tiefbohrverfahren (ELB-Verfahren)

Im Durchmesserbereich von etwa 0,8 bis 40 mm ist das Einlippenbohren die Methode der Wahl. Das Kühlschmiermittel, auch KSS genannt, wird dem Werkzeug durch eine oder mehrere seiner inneren Bohrungen zugeführt. An der Außenseite des Werkzeugschafts befindet sich eine Längsnut, die auch als Wulst bezeichnet wird und durch die das Kühlschmierstoff-Späne-Gemisch ausgestoßen wird.

Single-Tube-Verfahren

Eine gängige Bezeichnung für Tiefbohrverfahren, die auf eine externe Zufuhr des Kühlschmierstoffs angewiesen sind. Diese Art des Bohrens wird auch als STS-Bohren oder Einrohrbohren (Single Tube System) bezeichnet. Der Spänefluss erfolgt durch den Spänemund und das Innere des Bohrrohrs, und das Kühlschmiermittel, KSS genannt, wird von außen unter Druck in einen Ringraum zwischen der Bohrungswand und dem Bohrrohr eingeleitet.

Ejektor Tieflochbohren

Im Durchmesserbereich, der etwa zwischen 18 und 250 Millimeter liegt, wird das Ejektor-Tiefbohrverfahren eingesetzt. Nach der VDI-Richtlinie 3209 kann das BTA-Verfahren als eine Variante dieses Verfahrens angesehen werden. Das Bohrrohr und ein Innenrohr sind durch einen Ringraum getrennt, in den der Kühlschmierstoff eingeleitet wird (Zwei-Rohr-Verfahren).

Der spänetragende Kühlschmierstoff tritt seitlich am Bohrkopf aus, umströmt diesen und fließt dann mit den Spänen zurück in das Innenrohr. Eine ringförmige Düse wird verwendet, um einen Teil des Kühlschmierstoffs in das Innenrohr zu leiten. Der Unterdruck, der an der Spänemündung entsteht, macht den Rückfluss möglich (Ejektoreffekt).

Die wichtigsten Aspekte dieses Verfahrens sind in den folgenden Bildern dargestellt. Im Gegensatz zur BTA-Methode muss keine Dichtung verwendet werden, um das Auslaufen des Kühlmittels zu verhindern.